Aktuelle Lehrveranstaltungen

Hauptseminar Mittelalter: Odysseus - Prototyp des europäischen Helden

Dozent:innen: PD Dr. Klaus-Peter Todt
Kurzname: HS Aufbaumodul
Kurs-Nr.: 07.068.270b
Kurstyp: Hauptseminar

Voraussetzungen / Organisatorisches

B.A. Geschichte: Dieses Hauptseminar ist Teil des Aufbaumoduls Mittelalterliche Geschichte. Dieses Aufbaumodul setzt den Nachweis des Latinums bzw. der staatlichen Ergänzungsprüfung Latein und den erfolgreichen Besuch des Basismoduls Mittelalterliche Geschichte voraus. Das Hauptseminar wird mit einer benoteten Hausarbeit abgeschlossen; die Note der Hausarbeit bildet die Modulnote.
M.A. Geschichte, M.Ed. Geschichte: Das Hauptseminar wird mit einer benoteten Hausarbeit abgeschlossen; die Note der Hausarbeit bildet die Modulnote. Hinzu kommt das Referat als Studienleistung.

Das Seminar ist eine gemeinsame interdisziplinäre Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Klaus-Peter Todt (Byzantinistik), Dr. Wolfram Brinker (Seminar für Klassische Philologie) und Dr. Matthias Vollet (Philosophisches Seminar). Mit ihr setzen wir die gemeinsamen interdisziplinären Hauptseminare fort, die wir seit langer Zeit immer im jeweiligen Sommersemester durchgeführt haben. Ob die Corona-Lage es zulässt, diese Veranstaltung in Präsenz durchzuführen, können wir zur Zeit (Januar 2022) noch nicht sagen. Wenn es die Corona-Lage zulassen würde, würden wir gerne diese Veranstaltung mit einem Wochenendseminar im Kloster Himmerod in der Eifel abschließen, wie wir das vor Corona immer getan haben.
 

 

Empfohlene Literatur

Homer, Odyssee. Griechisch und deutsch. Übertragung von Anton Weiher. Mit erläuterndem Anhang und Namenverzeichnis. Einführung von A. Heubeck. Darmstadt o. J.; James Joyce, Ulysses. Übersetzt von Hans Wollschläger (edition suhrkamp, Neue Folge Bd. 100). Frankfurt am Main 1975 und Neuauflagen; Nikos Kazantzakis, Odyssee. Ein modernes Epos von Nikos Kazantzakis. Übertragen in deutsche Verse von Gustav A. Conradi. München 1973; Robert Browning, Homer in Byzanz, in: Viator 8 (Los Angeles 1975) 15-33 = Ders., Byzantine History, Literature and Education. Collective Studies. London 1977, No. XVII; Bernard Andreae, Odysseus. Archäologie des europäischen Menschenbildes. Frankfurt/Main 1982; Evi Petropoulou, Geschichte der neugriechischen Literatur. Mit Beiträgen von Stylianos Alexiou u. a. Frankfurt/Main 2001, 214-247 (Nikos Kazantzakis); Christoph Markschies, Odysseus und Orpheus christlich gelesen, in: Mythenkorrekturen. Hrsg. von Martin Vöhler und Bernd Seidensticker. Berlin 2005, 69-92.



.

Inhalt

Die Geschichte des listenreichen Odysseus, des Königs von Ithaka und eines der Eroberer von Troia, der erst nach zwanzigjähriger Irrfahrt wieder in seine Heimat zurückkehren konnte, ist eine der großen Erzählungen der europäischen Kulturtradition. Seine Geschichte, die vor allem in Homers Odyssee, einem der ältesten Werke der europäischen Literatur erzählt wird, fasziniert Leser seit 3000 Jahren. Vor einhundert Jahren, 1922, erschien der „Ulysses“ von James Joyce (1882-1941). 1938 wurde in Athen die „Odysseia“ von Nikos Kazantzakis (1883-1957) veröffentlicht. Diese beiden Hauptwerke der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts belegen, dass die Geschichte des Odysseus auch noch im 20. Jahrhundert Dichter zu großen literarischen Werken inspiriert hat. Zwar ist das Werk von Joyce das bekanntere. Allerdings wurde auch die neugriechische „Odysseia“ von Kazantzakis in viele moderne Sprachen übersetzt. 
Vom "Ulysses" des James Joyce und von der  „Odysseia“ des Nikos Kazantzakis, der auch den Faust von Goethe ins moderne Griechisch übersetzt hat, Deutschland gut kannte und auch gut Deutsch sprach, soll eine Reise durch die europäische Geistes- und Literaturgeschichte ihren Anfang nehmen, die uns über die "Dialektik der Aufklärung" von Theodor W. Adorno (1903-1969) und Max Horkheimer (1895-1973) über Gianbatista Vico (1668-1744), Dante Alighieri (1265-1321), den römischen Dichter Vergil (70-19 v. Chr.) und den altgriechischen Philosophen Platon (427-348/347 v. Chr.) bis zu Homer führen soll.   Dass wir heute noch die Odyssee Homers lesen können, ist jedoch vor allem Byzanz zu verdanken, dass die gesamte altgriechische Literatur durch das Mittelalter tradiert und in der Renaissance an das Abendland weitergegeben hat. Gebildete Byzantiner konnten Ilias und Odyssee auswendig. Jeder hochsprachlich schreibende byzantinische Autor zitierte die homerischen Epen. Im 12. Jahrhundert gab es in Byzanz eine ausgesprochene Homer-Renaissance. In dieser Zeit verfasste Erzbischof Eustathios von Thessalonike seine großen Kommentare zu den homerischen Epen. Johannes Tzetzes machte die aus Deutschland stammenden Gemahlin des Kaisers Manuel I. Komnenos (1143-1180), Bertha-Eirene von Sulzbach (gest. 1160), im Rahmen seines Griechisch-Unterrichts mit den homerischen Epen bekannt, denn auch eine aus dem Ausland stammende byzantinische Kaiserin musste Homer kennen. Natürlich stammen auch die wichtigsten Handschriften des griechischen Originaltextes aus Byzanz.  1488 publizierte der byzantinische Humanist Demetrios Chalkokondyles die erste gedruckte Ausgabe der homerischen Epen. Bereits im 14. Jahrhundert hatte der berühmte italienische Humanist Francesco Petrarca (1304-1374) begonnen als erster Abendländer bei Barlaam von Seminara Griechisch zu lernen, um Homer im griechischen Original lesen zu können. 


 

Zusätzliche Informationen

Die propädeutischen Kenntnisse der Epoche werden vorausgesetzt. Das gilt auch für die geforderten Fremdsprachenkenntnisse.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
25.04.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
02.05.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
16.05.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
09.05.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
23.05.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
13.06.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
30.05.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
20.06.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
27.06.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
04.07.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
11.07.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
18.07.2022 (Montag) 18:15 - 19:45 02 601 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)